Brauchtum im Jahreslauf

 

Oktober

 
Der Oktober wird in der katholischen Kirche nach einer langen Tradition als Rosenkrankonat gefeiert. Nach der Legende hat Maria dem hl. Dominikus (1170-1221) die Gebetsschnur als Hilfe gegen den Kampf gegen die ketzerischen Albingenser überreicht. Diese Szene haben viele Maler in ihren Bildern dargestellt. Das Rosenkranzgebet wurde in der Reformationszeit in katholischen Regionen sehr gefördert. Zur Zeit von Kurfürst Maximilian I. entstanden allein in Oberbayern 31 Rosenkranzbruderschaften. Er verpflichtete alle seine Landeskinder bei Strafe zum täglichen Rosenkranzgebet.
 

November

 
Der Allerseelentag gehörte früher ganz dem Gedenken der verstorbenen Angehörigen. Um ihren Frieden nicht zu stören, wurden alle lauten Arbeiten unterlassen. In diesen Tagen verzichtete man auf Vergnügungen jeglicher Art. Die Männer gingen nicht ins Wirtshaus, die Burschen nicht zu ihren Mädchen. An diesem und an den folgenden Tagen der "Seelwoche" wurde von der ganzen Familie am Abend kniend der Rosenkranz für die Armen Seelen gebetet, immer unterbrochen mit der Bitte: "Das ewige Licht leuchte ihnen!" In der Stube brannten Wachsstöckl und Pfinniglichtl: Sie sollten den Armen Seelen im Fegfeuer zur Labsal sein. In der Allerseelenzeit war man gedanklich bei den Verstorbenen und schloss sie in die Gebete ein.